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Abstracts Wiebke Grösch/Frank Metzger

Steadicam

Videoinstallation: Videorückprojektion auf ein mit Papier bespanntes Holzraster
2001
Länge: 7:17 min
Maße der Projektion ca. 2,15 x 2,80 Meter
Farbe, Ton

Der Begriff "Steadicam" bezeichnet eine Kameratechnik, die in Filmen eingesetzt wird um den Eindruck zu erwecken, dass man eine Szene aus der subjektiven Sicht eines Darstellers sieht. Der Betrachter nimmt dadurch die Rolle des Darstellers ein und wird Teil des Geschehens. Mit diesem Perspektivwechsel vom Zuschauer zum Akteur und umgekehrt setzt sich die Videoinstallation "Steadicam" auseinander. "Steadicam" basiert auf Bild- und Tonzitaten. Fotografien einer Noh-Bühne, die 1996 in Toyama/Japan realisiert wurde, wurden von uns digital animiert, so dass eine virtuelle Kamerafahrt entsteht. Der Ton ist der deutschen Synchronfassung von David Lynchs "Lost Highway" (USA, 1996) entnommen. Man hört einen Dialog zwischen Renée und Fred, die sich über zwei Videocassetten unterhalten, die ihnen anonym zugeschickt wurden, auf denen sie jemand ohne ihr Wissen schlafend in ihrer Wohnung gefilmt hat. In der Videoinstallation sind die Darsteller nicht zu sehen, man hört nur ihre Stimmen aus dem Off. So sind sie gleichermaßen Akteure im gezeigten Bühnenraum, als auch aussenstehende Betrachter des Geschehens. Der gezeigte Raum ist gleichzeitig Ort der Handlung und Objekt der Betrachtung.

Wir sprachen nie über das was geschah

Monitorversion der Videoinstallation
2000
(Videoinstallation bestehend aus zwei übereinanderliegenden Videoprojektionen
Länge: 10:28 Min., Maße der Projektion ca. 2,60 x 3,40 Meter

"Wir sprachen nie über das was geschah" ist eine aus zwei übereinanderliegenden Videoprojektionen bestehende Videoinstallation. Eine der beiden Projektionen basiert auf einer Dialogszene aus dem Film "Cape Fear" von Martin Scorsese (USA, 1991), einem Remake des gleichnamigen Films von J. Lee Thompson aus dem Jahre 1962. In dieser Szene gibt sich der Ex-Häftling Max Cady (Robert de Niro) gegenüber der Schülerin Danielle Bowden (Juliette Lewis) als der Lehrer des Schauspielkurses aus den sie besuchen möchte. Sie treffen sich auf der Bühne eines Schultheaters und sprechen über die "Klippen des Erwachsenwerdens". Wir haben die Szene nachgestellt, indem wir die Rolle der Darsteller einnehmen ohne jedoch zu schauspielern und Mundbewegungen zu machen. Dazu hört man den Originaldialog der deutschen Synchronfassung des Films. Die Handlung der beiden Darsteller wird überlagert von einer zweiten Projektion, die eine mit Autoscheinwerfern ausgeleuchtete Waldszenerie zeigt. In der Überlagerung beider Projektionen treffen Personen und Raum, Filmzeit und Echtzeit aufeinander.

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