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Bad Emser Medienkunsttage


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Rede des Ministers für Wissenschaft, Weiterbildung,   Forschung und Kultur, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner     


 
BEM Bad Emser Medienkunsttage    

Virtuelle Utopien nach grenzenlosen Möglichkeiten
Die Relevanz Neuer Technologien in Kunst und Gesellschaft
 
Eine Veranstaltung des Künstlerhauses Schloß Balmoral in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunstwissenschaften 
der Universität Koblenz – Landau, Campus Koblenz.

In der Kunst haben Fotografie, Film und Neue Technologien Ausdrucksmöglichkeiten geschaffen, die ästhetische 
und gesellschaftliche Folgen haben - oder sollte man eher sagen, dass die Gesellschaft Ausdrucksmittel entwickelt hat, 
welche die Wandlung ihrer Gesinnung ausdrücken? Medienkünstler, die sich ausschließlich mittels
der digitalen Technologien artikulieren sehen das Medium als Botschaft, als Instrument zur Erschließung neuer Freiheiten. 

Was als selbstreflexives System um das Medium - in diesem Sinne eine Abwandlung des l’art pour l’art – begann, 
eröffnet einen (Cyber-)Ort für neue (Denk-)Räume, in dem Text und Bild verschmelzen, Zeit in Realzeit gemessen wird, 
Virtualität sich als neue Realität entpuppt, Simulation neue Formen des Seins ermöglicht.

Die Neuen Medien setzen Internet und Computer ein, Filme, Fotos und Videos werden verfremdet, 
virtuelle Realitäten erzeugt und der Betrachter interaktiv am Prozess des Werkes beteiligt. Es stellt sich die Frage,
 inwiefern die Vereinnahmung der Neuen Technologien durch die Kunst Auswirkungen auf deren Entwicklung hat.

Im Niemandsland des Netzes entstehen neue Kommunikationsmodelle, Gesellschaftsformen und Ordnungen, 
virtuelle Landschaften und Architekturen. Räumliche und zeitliche Distanz werden ebenso hinterfragt wie Körperbilder. 

Ewige Jugend’ als Traum und Trauma, Idylle und Horror, Realität und Fiktion. Werden wir mit der Auflösung des Selbst 
oder der Macht und Manipulation von und über Individuen konfrontiert? 
Verschmelzen in diesen Utopien Schein und Sein? 
Entstehen durch das Spiel mit virtuellen Identitäten andere kulturelle Rollenbilder?
          Zeitgleich mit dem Kongress zeigt das Künstlerhaus Schloß Balmoral die Ausstellung "art bytes"
          mit Werken, die den Einfluss der neuen Technologien auf die Kunst zeigen, zugleich die Aufhebung
          der Trennung zwischen Medienkunst und traditioneller Kunst dokumentieren.

Im vorliegenden Kongress geht es um Fragen an der Schnittstelle zwischen (Medien-)Kunst und Neuen Technologien:

1. Wem ‚gehören’ die neuen virtuellen Räume? Wie könnte eine adäquate Präsentation in Museen, 
    Galerien, im öffentlichen Raum, Zuhause aussehen?
2. Inwiefern prägen die Neuen Technologien den Kunstbegriff? Welche Auswirkungen haben sie auf künstlerische Inhalte und Formen? 
    Wie lassen sich diese neuen Werkgattungen hinsichtlich des Begriffs von Qualität beurteilen?
3. Wie verändert der Einsatz der neuen Technologien unsere Wahrnehmung?
4. Welche Auswirkungen hat er auf die Gesellschaft?

Neben anerkannten Wissenschaftlern sollen vor allem Nachwuchswissenschaftler und (Medien-)Künstler 
zu Wort kommen, die von einer Jury internationaler Gutachter ausgesucht werden.

Die Veranstaltung findet statt in externer Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaften, 
Universität Basel, Prof. G.C. Tholen und dem Institut für Medienkommunikation (IMK), Fraunhofer Gesellschaft, 
Monika Fleischmann/Wolfgang Strauß.

Dr. Danièle Perrier
Geschäftsführerin 
Künstlerhaus Schloß Balmoral

Prof. Dr. Ludwig Tavernier
Geschäftsführender Leiter 
Instituts für Kunstwissenschaft 
Universität Koblenz-Landau, 
Campus Koblenz
          Stand: Bad Ems, 30.1.2003
 
Unterlagen für Vortragende


 

BEM Bad Emser Medienkunsttage (Media Arts Conference, Bad Ems)   

Virtual Utopias following Possibilities without Frontiers
The Relevance of New Technologies in Art and Society


A conference organised by Künstlerhaus Schloß Balmoral in cooperation with the Institut für Kunstwissenschaften, Koblenz-Landau University, Campus Koblenz.

New means of expression have developed in art, photography, film and New Technologies which have aesthetic and social consequences - or rather should we say that society has developed possibilities of expression which reflect changes in ways of thinking? Media artists who articulate themselves only through digital technologies, take the medium as the message, as an instrument to open up new freedoms. What started as a self-reflexive system around the medium – in this sense a version of l'art pour l’art -, opens its (cyber-)space  for new (‘think’-)rooms in which text and picture  converge, time is measured in real time, the virtual emerges as a new reality and simulation makes possible new forms of being.

The New Media uses the internet and the computer, film, photography and video are alienated, virtual realities are generated and the viewer participates interactively in the construction of New Media works. The question is, to what extent does art benefit from the new technologies and how do they affect its development?

In the nowhere-land of the Net new models of communication, new forms of society and hierarchies, virtual landscapes and architectures arise. Spatial and temporal distance is questioned as is the representation of the body: eternal youth, dream and trauma, idyll and horror, reality and fiction. Are we confronted with the dissolution of the self or the power and manipulation of and over individuals? Are appearance and being interchangeable in these utopias? Do other cultural roles arise through the play with virtual identities?

This conference deals with the main questions at the point of intersection between (media-)art and new technologies:

1. Who ‘owns’ the new virtual rooms? What would an adequate presentation look like in museums, galleries, public spaces or at home?
2. To what extent do new technologies influence our concept of art?
    What effects do they have on artistic content and form?
    How are these new kinds of art to be judged in terms of quality?
3. How does the use of new technologies change our perception?
4. What effect does this have on society?

Alongside established scholars, younger researchers and (media-)artists are especially welcome to express their thoughts and ideas on this topic. The speakers will be selected by a jury of international experts.

This event will take place in cooperation with the Institute for Media Research (Institut für Medienwissenschaften), University of Basel, Prof. G.C. Tholen and the Institute for Media Communication (Institut für Medienkommunikation (IMK),
Fraunhofer Gesellschaft, Monika Fleischmann/Wolfgang Strauß.

Dr. Danièle Perrier
Director, Künstlerhaus Schloß Balmoral

Prof. Dr. Ludwig Tavernier
Director Institut für Kunstwissenschaften
Universität Koblenz – Landau, Campus Koblenz
Bad Ems, 7.2.2003
 



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