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Bewerbungsverfahren
Man bewirbt sich explizit für eine Institution in einem der Kooperationsländer.
Die Bewerbung geht an die Institution, die im eigenen Land Kooperationsstelle
ist, für die man sich aber nicht bewerben kann. Die Institution sammelt
die Bewerbungen des eigenen Landes und schickt sie nach Vorauswahl durch das
Komitee des Gastlandes einer internationalen Jury, die die Stipendiaten auswählt.
Die Ausschreibung findet alle zwei Jahre statt. Die Unterlagen, auf Englisch
oder Französisch auszufüllen, können Sie unter
www.art4eu.net
abrufen.
Zum kulturellen Umfeld des Künstlerhauses Schloß Balmoral in Bad Ems, Kooperationspartner der Bundesrepublik Deutschland
Das Künstlerhaus
Das Künstlerhaus Schloß Balmoral ist eine Einrichtung der Stiftung
Rheinland-Pfalz für Kultur. Die Villa im Stil der italienischen Frührenaissance
wurde 1867 von Basile von Miahkoff aus St. Petersburg in Auftrag gegeben.
Sie befindet sich am Fuß des Malberges, mit Blick über die Lahn
auf das historische Zentrum von Bad Ems.
Der Austausch
Das Künstlerhaus ist Wohn- und Arbeitsstätte für sieben Künstlerinnen
und Künstler der bildenden Kunst aus aller Welt und jeglichen Alters,
die von einer Fachjury ausgewählt werden. Durch sie und die vom Haus
organisierten Ausstellungen, Vorträge und Symposien ist das Künstlerhaus
ein Ort der künstlerischen Produktion, der theoretischen Reflexion und
der Begegnung, der über die Grenzen von Rheinland-Pfalz hinaus zeitgenössische
Kunst fördert und mit anderen Institutionen vernetzt ist, wie beispielsweise
mit der Frauenhofer Gesellschaft.
Die Ausstattung
Ein Wohn-/Schlafraum mit Dusche/WC und ein kleines Atelier. Der Aufenthaltsraum,
das Speisezimmer und die Küche werden gemeinschaftlich genutzt, was die
Kommunikation zwischen den Stipendiaten fördert. Den Stipendiaten stehen
hauseigene Werkstätten, ein Fotolabor, eine Bibliothek und PCs mit Scanner,
Brenner, Drucker und Standleitung ins Internet kostenlos zur Verfügung.
Der Standort
Bad Ems ist seit dem 14. Jahrhundert als Thermal- und Kurstadt bekannt. Im
Lahntal gelegen, mit besonders mildem Klima, wurde Bad Ems von Frankreich
bis nach Russland zur Sommerresidenz des europäischen Adels, so dass
sogar die Eisenbahnlinie Paris-Sankt Petersburg in Bad Ems Station machte.
Die klassizistische Architektur des Kurhauses und die Fassaden des
19. Jahrhunderts zeugen vom Glanz vergangener Zeiten. Auch die Architektur
des Marmorsaals ist ein hervorragendes Beispiel für die Eleganz der hier
zitierten italienischen Renaissance. Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten
ist das Kasino zu nennen, dessen Roulette das älteste Deutschlands ist
und die Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts, die in der Umgebung weit
verbreitet und in Bad Ems durch die eindrucksvolle Architektur des ehemaligen
Elektrizitätswerks vertreten ist. Spuren der Stadt- und Heilquellengeschichte
von Bad Ems sind im Stadtmuseum nachspürbar. Bad Ems, Sommerresidenz
des Kaisers, hat durch die Emser Depesche, die 1870 den Krieg auslöste,
traurige Berühmtheit erlangt.
Die Anbindung
Durch die gute Autobahnanbindung erreicht man von Bad Ems aus in etwa einer
Stunde Frankfurt und Köln, zwei Zentren zeitgenössischer Kunst
in Deutschland. Köln beherbergt die Kunsthochschule für Medien,
Frankfurt die Städelschule, zwei ihrer zahlreichen Kunstinstitutionen
und Museen. Die nächstgelegene Stadt ist Koblenz. Das dortige Museum
Ludwig ist der zeitgenössischen Kunst Frankreichs nach 1945 gewidmet,
das Mittelrhein-Museum der Kunst und Geschichte der Rheingegend. Die Aufführungen
des Stadttheaters und seines Orchesters sind niveauvoll. Der Rhein-Lahn Kreis
hat hohen Freizeitwert. In der ganzen Region kann man ausgezeichnete Fahrrad-,
Paddel- und Wandertouren zum Entdecken der Umgebung unternehmen.
Das Künstlerhaus schreibt durch sein Wirken auch Geschichte von
Bad Ems, das zu seiner Glanzzeit mit Wagner, Dostojewski und Gogol ein bedeutender
Treffpunkt von Literaten, Musikern und Künstlern aus aller Welt war,
fort.